Thessaloniki 2011/12
Samstag, 10. Dezember 2011
Alistrati-Tropfsteinhöhle und Weihnachtsmarkt Drama
Seit langer Zeit haben wir mal wieder einen Ausflug mit unserer Sprachschule unternommen. Zunächst besuchten wir die Alistrati-Tropfsteinhöhle im Nordosten Griechenlands. Da wir uns unter einer Tropfsteinhöhle eine kalte und nasse Höhle vorgestellt haben, zogen wir die wärmsten Sachen an, die der Kleiderschrank hergab. Allerdings hatte es dort schwülwarme 19 °C, somit waren wir ein wenig over-dressed. Die Tropfsteinhöhle wurde uns als eine der schönsten Europas angekündigt und hielt dieses Versprechen. Die Größe, Vielfalt und Farbenpracht der Stalagmiten und Stalagtiten war einfach atemberaubend.
Nächster Stop war die Kleinstadt Drama, die in ganz Griechenland für ihren Weihnachtsmarkt berühmt ist. Direkt heimisch fühlten wir uns am Glühweinstand (σέστο κρασί = heißer Wein), wo wir leckeren Glühwein mit einem Apfelstückchen aus einem Espresso-Becher serviert bekamen. Trotz des undeutschen Weihnachtswetters (17°C und Sonnenschein) versetzte uns die dort inszenierte Weihnachtswelt in Weihnachtsstimmung. Die spontanen Umarmungen sämtlicher Wichtel, Schnee- und Weihnachtsmänner, die sich dort zahlreich tummelten, ließen uns für einen Tag lang wieder Kind sein. Highlight neben dem Glühweinstand war ein Harley-Davidson fahrender und Nieten-Lederjacke tragender Hells-Angel-Weihnachtsmann, der den Kindern Lollis schenkte. Jetzt freuen wir uns auf Weihnachten zu Hause...







Prinz Michael und Prinzessin Freddy

so viele Geschenke...

Es gibt ihn also wirklich!

lecker, aber leider nicht echt...





Highway to hell

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Sonntag, 4. Dezember 2011
Apollon Kalamarias
Seit August diesen Jahres spiele ich für den ersten ausländischen Tischtennisclub meiner Karriere: Apollon Kalamarias. Nachdem ich gemeinsam mit Nikos meinen Wechsel von Deutschland nach Griechenland gemanaged hatte und sich dies als äußerst bürokratisch erwies, wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde. Vom ersten Tag an wurde ich freundlich aufgenommen von meinen Mannschaftskameraden Nikos, Yiannis und Panagotis und meinem bulgarischen Trainer Loubo. Obwohl die Halle sich nicht am deutschen Standard orientiert macht mir das Training sehr viel Spaß, sodass ich sogar 3x die Woche dort erscheine. Nachdem der griechische Tischtennisverband zuerst den Pokal und die Meisterschaft aus finanziellen Gründen gestrichen hatte und später wieder neu ansetzte, wusste ich auch hierbei nicht, was mich erwarten würde.
Mein erstes Spiel sollte bei Zeus Kalamarias stattfinden, die in einem winzigen, dunklen und nicht gerade sauberen Kellerraum einer Betstube spielen. Zum Glück war diese Mannschaft das schwarze Schaf der Liga. Die nächsten Spiele fanden in anständigen Hallen in Thessaloniki und auf der Chalkidiki mit spielstarken Gegnern statt. Aufgrund von 4 Siegen in 4 Spielen nehmen wir im Moment den ersten Tabellenplatz ein und gelten als Favoriten für die Aufstiegsspiele in Athen.
Als Dankschön für die nette Aufnahme lud ich meine Mannschaftskameraden und Fans (Freundin, Vater, etc) in unsere Wohnung zu einem Umtrunk mit Snacks ein. Obwohl wir nur Fertigpizzen, Fingerfood und Chips anboten, wurden unsere Koch- und Gastgeberqualitäten in höchsten Tönen gelobt. Auch brachten unsere Gäste so viele Getränke mit, dass wir noch Wochen später davon zehren. Diese Griechen...
(Freddy)


Beim Spiel

Beim Umtrunk

Logo Apollon Kalamarias

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Examensparty bei Ερατώ
Viele griechische Studenten sind seit letzter Woche stolze Besitzer eines Examens. Zu diesem freudigen Anlass hat unsere Freundin Erato eine Party geschmissen, zu auch wir eingeladen waren. Bewaffnet mit einem Mitbringsel und DER Flasche Wein, die uns Erato vor langer Zeit geschenkt hatte mit der Prämisse, sie eines Tages gemeinsam zu leeren, machten wir uns auf den Weg in den Stadtteil Neapoli. Nach 20-minütiger Busfahrt und längerem Suchen erreichten wir die Wohnung und wurden freudig begrüßt. Die glückliche und bereits leicht beschwipste Examensbesitzerin konnte kaum glauben, dass wir unser Versprechen die Flasche Wein gemeinsam zu trinken, eingehalten hatten und öffnete sie umgehend.
Da wir bereits um 23.00 Uhr angekommen waren, hatten sich noch nicht viele Gäste in der Wohnung versammelt, da die griechische Ausgehzeit bekanntlich etwas später liegt. Zum Glück hatten später eintreffende Gäste legere Kleidung an und wir fühlten uns nicht mehr ganz so unwohl unter den Abendkleidtragenden Freundinnen von Erato. Die meisten Leute dort waren sehr neugierig, die zwei deutschen Schützlinge Eratos kennenzulernen und löcherten uns mit Fragen über Deutschland und Griechenland. Etwas merkwürdig war allerdings die Frage an Julia, warum sie als Deutsche keine blonden Haare und blauen Augen hat. Jedoch war dies ein Einzelfall...
Selbst als wir die Party um 1.00 Uhr verließen (weil Freddy ein wichtiges Tischtennisspiel am nächsten Morgen hatte), trafen noch weitere Gäste ein.
Wir liefen zur nächsten Bushaltestelle und stellten zu unserem Bedauern fest, dass in der Millionenstadt Thessaloniki die Busse nur bis 24.00 Uhr fahren. Aus diesem Grund beschlossen wir ein Taxi zu rufen, bis uns allerdings einfiel, dass keiner von uns Geld dabei hatte. Nach gut einer Stunde Fußmarsch durch die kalte Nacht erreichten wir endlich unsere Wohnung und fielen totmüde ins Bett.

Erato und Juli

Party

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Sonntag, 20. November 2011
Sofia
Da die griechischen Studenten einen eigenen Feiertag besitzen, da sie am Sturz der Diktatur 1974 beteiligt waren, wurde uns ein verlängertes Wochenende beschert, das wir zu einer Kurzreise nach Sofia, der Hauptstadt Bulgariens, nutzten. Nach fünfstündiger Busfahrt erreichten wir das 300km von Thessaloniki entfernt liegende Sofia und regelten dort direkt unsere Rückfahrt am Sonntag, was sich später als unser Glück herausstellen sollte.
Weiter ging es mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum zu unserem Hotel. Dort stiegen wir aus und wollten in einem vor uns liegenden Hotel nachfragen, wo genau wir uns befinden, da die Straßennamen lediglich auf Kyrillisch angegeben sind. Witzigerweise war dieses Hotel unser Hotel "Alabin", womit weiteres Suchen nicht mehr notwendig war. Da der Rezeption leider die Stadtpläne ausgegangen waren, machten wir uns auf eigene Faust auf die Suche nach den Sehenswürdigkeiten. Doch schon nach wenigen Metern waren wir gänzlich orientierungslos. Die erste Person, die uns begegnete, war eine komplett in Pelz gekleidete, aufgetakelte und mit einem Mäntelchen-tragenden Yorkshire-Terrier bewaffnete Dame. Entgegen unserer Skepsis, dass diese Frau uns jemals helfen würde, erwies sie sich als unglaublich hilfsbereit und freundlich. Die Freundlichkeit dieser Dame sollte kein Einzelfall bleiben, denn trotz stellenweiser Verständigungsprobleme wurde uns immer gerne und geduldig geholfen.
Unser erster Eindruck von Sofia war extrem positiv. Trotz 1.3 Mio. Einwohnern wirkt Sofia, aufgrund der großen Straßen und des äußerst geringen Verkehrs eher wie eine Kleinstadt. Auch halten die Autofahrer bereitwillig für Fußgänger an, woran wir uns erst wieder gewöhnen mussten. Wunderschön erwies sich der Besuch in der Alexander-Newski-Kathedrale, da dort eine kleine Messe mit orthodoxen Gesängen abgehalten wurde. Durch die Akustik des Gebäudes wurde der Gesang allgegenwärtig, da man das Gefühl hatte, von allen Seiten besungen zu werden.
Die Architektur Sofias ist atemberaubend, da mehrere Stilrichtungen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen (römisch, byzantinisch, osmanisch, französisch, deutsch-österreichisch, russisch) das Stadtbild prägen. Der Abschluss des ersten Tages war ein bulgarisches Abendessen in einem traditionellen Restaurant, welches uns von einer deutsch sprechenden Medizinprofessorin der hiesigen Universität empfohlen wurde. Dieser Geheimtipp erwies sich als so delikat, dass wir diese Küche die Tage nochmals beehrten. Vor allem das bulgarische Bier weckte Erinnerungen an unser Deutschland.
Highlight des zweiten Tages war eine hervorragende Stadtführung, die von der bulgarischen Tourismus-Behörde kostenlos angeboten wurde. Die kleinen Anekdoten des studentischen Stadtführers machten die Sehenswürdigkeiten noch spektakulärer. Wir kosteten das Wasser der heißen Quellen, welchen schon seit Jahrtausenden heilende Kräfte zugeschrieben werden und deren Wasser an mehreren Stellen in der Stadt zum Trinken an die Oberfläche befördert wird. Obwohl es nur lauwarm ist, dampft es in der bulgarischen Kälte. Sofia bietet auch eine Vielzahl an Märkten, so passierten wir beispielsweise den Obst- und Gemüsemarkt, den Büchermarkt und den Antiquitätenmarkt, auf dem neben Ikonen auch Relikte aus dem 2. Weltkrieg angeboten werden. Unser Besuch im historischen Museum, welches sich am Stadtrand befindet, ließ uns einen Eindruck des Gebirges erhalten, welches Sofia umgibt und als Wander- und Skiregion genutzt wird.
Den Samstag nutzen wir zum Shoppen und zum Besuch eines Fußballspiels von Lewski-Sofia. Glücklicherweise begleitete uns Peter, Freddys ehemaliger Tischtennistrainer und Sofianer, der für uns in der Halbzeitpause heißen Tee besorgte und uns damit Laune und Leben rettete.
Am Abreisetag gingen wir mit unseren leeren Wasserflaschen noch einmal zu den Heilquellen, um uns ein Stück Gesundheit für zu Hause mitzunehmen.
Richtig wachgerüttelt wurden wir im Bus, da zwei griechische Studenten im vollbesetzten Bus auf unserem reservierten Plätzen saßen und steif und fest behaupteten, es seien ihre. Zu unserem Glück stellte sich nach einer Massendiskussion, an der sich der ganze Bus beteiligte, heraus, dass die Beiden vergessen hatten, ihre Rückfahrt zu organisieren. Da dies der einzige Bus an diesem Tag zurück nach Thessaloniki war, hoffen wir, die beiden hatten noch einen schönen Tag in der bulgarischen Hauptstadt.
Während der Bus die Stadtgrenzen passierte und wir aus dem Fenster blickten, waren wir uns einig, dass dies nicht unser letzter Besuch in Sofia bleiben soll.

Alexander-Newski-Kathedrale

Ivan-Vazov-Nationaltheater

mhhh...Schaschlik mit Dunkelbier

russische Kirche St. Nikolai

Zentrale Markthalle

Die bulgarischen Löwen

Regierungsgebäude

Sophienstatue

ehemaliges Badehaus

Banya-Bashi-Moschee

die heißen Quellen

Rotunde St. Georg

Soldaten der Garde

Juli und das Theater

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