| Thessaloniki 2011/12 |
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Sonntag, 20. November 2011
Sofia
die auswanderer, 19:40h
Da die griechischen Studenten einen eigenen Feiertag besitzen, da sie am Sturz der Diktatur 1974 beteiligt waren, wurde uns ein verlängertes Wochenende beschert, das wir zu einer Kurzreise nach Sofia, der Hauptstadt Bulgariens, nutzten. Nach fünfstündiger Busfahrt erreichten wir das 300km von Thessaloniki entfernt liegende Sofia und regelten dort direkt unsere Rückfahrt am Sonntag, was sich später als unser Glück herausstellen sollte.
Weiter ging es mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum zu unserem Hotel. Dort stiegen wir aus und wollten in einem vor uns liegenden Hotel nachfragen, wo genau wir uns befinden, da die Straßennamen lediglich auf Kyrillisch angegeben sind. Witzigerweise war dieses Hotel unser Hotel "Alabin", womit weiteres Suchen nicht mehr notwendig war. Da der Rezeption leider die Stadtpläne ausgegangen waren, machten wir uns auf eigene Faust auf die Suche nach den Sehenswürdigkeiten. Doch schon nach wenigen Metern waren wir gänzlich orientierungslos. Die erste Person, die uns begegnete, war eine komplett in Pelz gekleidete, aufgetakelte und mit einem Mäntelchen-tragenden Yorkshire-Terrier bewaffnete Dame. Entgegen unserer Skepsis, dass diese Frau uns jemals helfen würde, erwies sie sich als unglaublich hilfsbereit und freundlich. Die Freundlichkeit dieser Dame sollte kein Einzelfall bleiben, denn trotz stellenweiser Verständigungsprobleme wurde uns immer gerne und geduldig geholfen. Unser erster Eindruck von Sofia war extrem positiv. Trotz 1.3 Mio. Einwohnern wirkt Sofia, aufgrund der großen Straßen und des äußerst geringen Verkehrs eher wie eine Kleinstadt. Auch halten die Autofahrer bereitwillig für Fußgänger an, woran wir uns erst wieder gewöhnen mussten. Wunderschön erwies sich der Besuch in der Alexander-Newski-Kathedrale, da dort eine kleine Messe mit orthodoxen Gesängen abgehalten wurde. Durch die Akustik des Gebäudes wurde der Gesang allgegenwärtig, da man das Gefühl hatte, von allen Seiten besungen zu werden. Die Architektur Sofias ist atemberaubend, da mehrere Stilrichtungen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen (römisch, byzantinisch, osmanisch, französisch, deutsch-österreichisch, russisch) das Stadtbild prägen. Der Abschluss des ersten Tages war ein bulgarisches Abendessen in einem traditionellen Restaurant, welches uns von einer deutsch sprechenden Medizinprofessorin der hiesigen Universität empfohlen wurde. Dieser Geheimtipp erwies sich als so delikat, dass wir diese Küche die Tage nochmals beehrten. Vor allem das bulgarische Bier weckte Erinnerungen an unser Deutschland. Highlight des zweiten Tages war eine hervorragende Stadtführung, die von der bulgarischen Tourismus-Behörde kostenlos angeboten wurde. Die kleinen Anekdoten des studentischen Stadtführers machten die Sehenswürdigkeiten noch spektakulärer. Wir kosteten das Wasser der heißen Quellen, welchen schon seit Jahrtausenden heilende Kräfte zugeschrieben werden und deren Wasser an mehreren Stellen in der Stadt zum Trinken an die Oberfläche befördert wird. Obwohl es nur lauwarm ist, dampft es in der bulgarischen Kälte. Sofia bietet auch eine Vielzahl an Märkten, so passierten wir beispielsweise den Obst- und Gemüsemarkt, den Büchermarkt und den Antiquitätenmarkt, auf dem neben Ikonen auch Relikte aus dem 2. Weltkrieg angeboten werden. Unser Besuch im historischen Museum, welches sich am Stadtrand befindet, ließ uns einen Eindruck des Gebirges erhalten, welches Sofia umgibt und als Wander- und Skiregion genutzt wird. Den Samstag nutzen wir zum Shoppen und zum Besuch eines Fußballspiels von Lewski-Sofia. Glücklicherweise begleitete uns Peter, Freddys ehemaliger Tischtennistrainer und Sofianer, der für uns in der Halbzeitpause heißen Tee besorgte und uns damit Laune und Leben rettete. Am Abreisetag gingen wir mit unseren leeren Wasserflaschen noch einmal zu den Heilquellen, um uns ein Stück Gesundheit für zu Hause mitzunehmen. Richtig wachgerüttelt wurden wir im Bus, da zwei griechische Studenten im vollbesetzten Bus auf unserem reservierten Plätzen saßen und steif und fest behaupteten, es seien ihre. Zu unserem Glück stellte sich nach einer Massendiskussion, an der sich der ganze Bus beteiligte, heraus, dass die Beiden vergessen hatten, ihre Rückfahrt zu organisieren. Da dies der einzige Bus an diesem Tag zurück nach Thessaloniki war, hoffen wir, die beiden hatten noch einen schönen Tag in der bulgarischen Hauptstadt. Während der Bus die Stadtgrenzen passierte und wir aus dem Fenster blickten, waren wir uns einig, dass dies nicht unser letzter Besuch in Sofia bleiben soll. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2013.07.10, 09:43 status
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