| Thessaloniki 2011/12 |
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Montag, 23. April 2012
Kreta
die auswanderer, 20:33h
Unsere Reise nach Heraklion begann in Piräus, wo wir, nach einer Stärkung in einer Hafentaverne, um 22.00 Uhr unser Schiff bestiegen. Die Fahrt, und damit die Nacht, verbrachten wir auf mehr oder minder komfortablen Liegesesseln in der VIP-Class und waren müde, aber unglaublich glücklich, als der Kapitän endlich das Anlegemanöver einleitete. Nach einer Busfahrt und nach 3km Fußweg erreichten wir unser vermeintliches Hotel, mussten aber leider feststellen, dass es völlig leer stand. Kein Licht, alle Türen abgeschlossen, Möbel des Foyers staubsicher unter Planen. Ein Rundgang über das Hotelgelände, mit Blick auf den algenhaltigen Pool, verstärkte unseren Verdacht, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann. Jetzt wussten wir auch, warum unsere Anrufe auf der Hotel-Hotline nicht beantwortet wurden. Was nun??? Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen, also beschlossen wir einfach die Straße am Meer entlang zu laufen, in der Hoffnung, dass irgendetwas Positives passiert. Nach einem scheinbar endlosen Fußmarsch mit Gepäck begegneten wir einem Jogger, der uns mitteilte, dass am Ende der Straße ein Hotel sei, er uns aber nicht helfen könne. Mit der Hoffnung auf Hilfe liefen wir zu diesem Hotel. An der Rezeption klärte sich die Situation schnell auf, da alle Gäste unseres gebuchten Hotels in dieses Hotel umgebucht wurden, uns aber leider vergessen wurde Bescheid zu geben. Als Entschuldigung wurden uns erst einmal die All-inclusive-Bändchen angeheftet und wir wurden eine Zimmerkategorie, und zwar in einen eigenen Bungalow, upgegradet. Juhuu! Von nun an sollte alles besser werden, und dies begann mit dem gigantischen Frühstücksbuffet.
Unser Hotel, das Mitsis Laguna Resort und Spa, liegt direkt am Sandstrand von Anissaras und besitzt 7 verschiedene Restaurants (italienisch, kretisch, asiatisch, mexikanisch, griechisch, Crèpe- und Sushibar) und 4 große Pools. Natürlich gibt es auch zahlreiche Bars, die sämtliche Getränke anbieten. Das Leben im Hotel war einfach herrlich in allen Belangen, dennoch reizte es uns auch die Insel zu erkunden. An einem Tag wollten wir die 1957 geschlossene letzte Leprakolonie Europas, die Insel Spinalonga, besuchen. In Agios Nikolaos stellte sich jedoch heraus, dass von dort heute kein Bus nach Elounda, von wo die Fähre nach Spinalonga geht, fährt. Da wir sowieso nichts Besseres vorhatten, begannen wir den 15km langen Marsch, bis wir von einem Regenschauen überrascht wurden. Da fassten wir den Plan zu Trampen. Und siehe da, obwohl wir klatschnass waren wurden wir, nach einigen erfolglosen Versuchen, tatsächlich mitgenommen und uns wurde sogar noch ein Kaffee spendiert. Die Hilfsbereitschaft der Griechen lässt einen immer wieder erstaunen. Leider erfuhren wir in Elounda, dass mangels Touristen heute keine Fähre nach Spinalonga fahren wird. So bestaunten wir die schöne Meeresbucht und die Insel von Weitem und machten uns langsam wieder zu Fuß auf den Heimweg. Nach der Besichtigung der hiesigen archäologischen Stätte, die kaum erkenntlich und heruntergekommen war, ging es weiter zu den zweiten Höhenpunkten der Stadt, den beiden Windmühlen, die allerdings noch keine Windräder besaßen. Für den Rückweg nutzten wir unser neues Lieblings-Fortbewegungsmittel und hoben den Daumen. Schon das erst Auto nahm uns mit zurück nach Agios Nikolaos, von wo es wieder zum Hotel ging. Trotz der vielen Unplanmäßigkeiten, oder gerade deswegen, war es ein unvergesslich schöner Tag. Ein weiterer Ausflug war der Minoische Palast in Knossos, der uns als Geschichtsstudenten am meisten interessierte. Negativ war hierbei, wie diese historische Stätte als Touristenattraktion hergerichtet wurde, mit Rekonstruktionen samt Farben. Damit ist nicht mehr zu erkennen was Original und was Nachbau ist. Dennoch bekommt man, vor allem in der Kombination mit den minoischen Schätzen im archäologischen Museum von Heraklion einen tollen Einblick in das Leben der frühesten Hochkultur Europas vor ungefähr 4000 Jahren. Den Höhepunkt unseres Urlaubs bot der Ausflug zu dem Lasithi-Plateau. Hierfür mieteten wir uns einen Motorroller im benachbarten Hersonissos, wo sich herausstellte, dass der Vermieter seine Studienzeit in der gleichen Straße in Thessaloniki verbrachte, in der wir heute wohnen. Die Welt ist schon ein Dorf. So kamen wir zu dem wohl schnellsten Roller und den besten Helmen, welche die Rollervermietung zu bieten hatte. Trotz unserer PS-starken knallroten Rennsemmel mussten wir Teile der Serpentinen schieben, da die Steigung einfach zu stark war. Oben angekommen bot sich uns ein atemberaubender Blick über die Gebirgslandschaft, das Meer, die endlosen Obstplantagen und den Naturschutzpark. Leider sind die wenigen Orte, die sich auf unserer Strecke befanden, nur noch spärlich bewohnt und teilweise schon stark verfallen. Einerseits war es sehr schön die traditionell gekleideten Einwohner im Alltag beobachten zu können, andererseits muss man sich bewusst machen, dass dieses Leben wohl mit dieser Generation aussterben wird. Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Zeus-Höhle Dikteon Andron, in welcher der Göttervater Zeus der Sage nach zur Welt gekommen sein soll. Paradox war die große Hitze kombiniert mit den verschneiten Gipfeln um uns herum. Nach der Rückgabe unseres roten Blitzes ließen wir den Tag bei einer Fisch-Spa-Behandlung von Kangalfischen ausklingen, bei der dutzende kleine Fischlein einem liebevoll an den Füßen herumknabbern. Die ersten 10 Minuten waren wir weniger mit Entspannen als mit einem tränenreichen Lachanfall beschäftigt, da die rabiaten Winzlinge auch zahlreiche Versuche unternahmen ihre Arbeit zwischen den Zehen zu verrichten. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Athen
die auswanderer, 19:09h
Gut gelaunt und für 10 Tage Osterurlaub bepackt stiegen wir in Thessaloniki in den Zug Richtung Athen. 6 Stunden später am Athener Hauptbahnhof „Larissa“ bestiegen wir die nächste Metro, die uns nahe zu unserem Hotel bringen sollte. Endlich erreichten wir das Marriot-Hotel, wo wir unser Zimmer bezogen. Danach machten wir uns auf zum Syntagma-Platz, um den berühmten Wachwechsel der Soldaten, welche die traditionelle Uniform tragen, mitzuerleben. Dieser sollte sich als äußerst spektakulär erweisen. Als nach dem Exerzieren der Abgang der Soldaten erfolgen sollte, rutschte leider einer aus und landete unter den staunenden und schmunzelnden Blicken der Touristen auf dem Hosenboden. Obwohl er keine Miene verzog, da er dies nicht darf, war ihm die Scham deutlich ins Gesicht geschrieben. Auch seine Kollegen mussten gegen ein Grinsen ankämpfen. Den ersten Tag ließen wir im Plaka-Viertel ausklingen, wo wir in einem der zahlreichen Cafés einen Frappé tranken.
Am nächsten Morgen ging es schon früh zum tollen Frühstücksbuffet, das wir gesättigt und glücklich verließen, um der Akropolis einen Besuch abzustatten. Nach einem kurzen Aufstieg waren wir froh über unser frühes Eintreffen, da sich die Anzahl der Besucher noch in Grenzen hielt. Aber der Anblick, der sich uns dort bot, war einfach atemberaubend. Obwohl sich die ganzen Schätze in den Museen befinden, kann man anhand der gigantischen Architektur den Glanz erkennen, den die Akropolis in der Antike ausgestrahlt haben muss. Hier wurden wichtige politische Entscheidungen getroffen und hier haben sich große Philosophen über ihre Theorien ausgetauscht. Nach unserem Abstieg besuchten wir das Dionysos-Theater und beschlossen dann den gegenüberliegenden Hügel, die Pnyx, zu besteigen. Dieser diente in nach den Reformen des Kleisthenes um 508 v.Chr. als Ort für die Volksversammlung. Dort befindet sich auch das Gefängnis, welches den Schauplatz für den berühmten Phaidon darstellt, in dem Sokrates sein Leben verliert. Vor allem der Blick auf die Akropolis und den Stadtkern von Athen, aber auch den Hafen von Piräus und das Meer genossen wir, während wir unser beim Frühstücksbuffet erbeutetes „Diebesgut“ verspeisten. Als nächstes überquerten wir das Gelände der Agora, welche die pulsierende Drehscheibe des öffentlichen Lebens war, da auf diesem lebendigen Platz die Fäden von Verwaltung und Handel zusammenliefen. Wir konnten hier Unmengen an Kunststudenten beobachten, welche die Kulisse nutzten, um kleine Meisterwerke zu erschaffen. Hierbei durfte man die japanische Reisegruppe nicht aus den Augen lassen, da die feineren Damen keine Kontrolle über ihre Sonnenschirme hatten. Am westlichen Rand der Agora befindet sich der Hephaistos-Tempel, der dem Gott der Schmiedekunst geweiht worden ist. Nach dem bis dato sehr anstrengenden Fußmarsch ruhten wir uns im antiken Töpferviertel Keramikos aus. Mit einem leichten Sonnenbrand suchten wir vor der Sonne im überdachten Akropolis-Museum Schutz. Dieses wurde extra für die auf der Akropolis gefundenen Stücke gebaut und man bekommt einen Einblick in das dort angewandte Restaurations- und Konservierungsverfahren mit modernster Lasertechnik. Die letzte Anstrengung dieses Tages bestand darin die Koffer vom Hotel abzuholen, nach Piräus zu fahren und das richtige Schiff Richtung Kreta zu besteigen. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Sonntag, 22. April 2012
Delphi
die auswanderer, 16:02h
Delphi galt den Menschen der Antike als der Mittelpunkt der Welt und gilt heute als eine der stimmungsvollsten archäologischen Ausgrabungsstätten Griechenlands. Deshalb freuten wir uns ganz besonders auf diesen Ausflug.
An den KTEL-Station in Athen kauften wir 2 Tickets nach Delphi und erfuhren am Schalter, dass dies die letzten beiden waren. Gutes Timing… Nach 3 Stunden Busfahrt konnten wir über ein Tal von Zypressen- und Olivenbäumen bis an den Golf von Korinth blicken. Dieser Anblick muss für die alten Griechen noch beeindruckender gewesen sein, wenn man bedenkt, dass diese nicht mit dem Bus, sondern zu Fuß diesen hohen Berg besteigen mussten. Man kann die Bedeutung dieser Stätte aufgrund der Anzahl verschiedenster Heiligtümer auf kleinsten Raum erahnen. So befinden sich das Apollon-Heiligtum, bestehend aus Tempel, Theater und Sportstadion und das Athene-Heiligtum dicht beieinander. Am bekanntesten ist wohl die mächtige Tholos des Athene-Heiligtums, da es sich auf fast jeder griechischen Postkarte befindet. Nahezu jeder einflussreiche Grieche der Antike hat mindestens einmal in seinem Leben das Orakel besucht und von diesem Ratschläge für sämtliche Lebensbereiche erhalten. Wenn göttlicher Rat gefragt war, atmete die Priesterin giftige Dämpfe, die aus dem Boden drangen, ein und fiel in Trance. Ihre etwas vagen und mehrdeutigen Antworten wurden von einem Priester in Versform gebracht. Aufgrund der Visionen des Orakels wurden Kriege geführt, Ehen besiegelt und Reisen unternommen. Lustig hierbei ist die Tatsache, dass die jungen Seherinnen (Pythia) gegen Frauen ab 50 ausgetauscht wurden, da die jungen Frauen regelmäßig mit den Rat suchenden Pilgern durchgebrannt sind und dadurch der Posten zeitweise unbesetzt blieb. Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle nahmen wir noch einen kräftigen Schluck Wasser von der magischen Heilquelle, was allerdings leicht algig schmeckte, aber wir uns seiner positiven Wirkung sicher sind. Die Wartezeit bis zur Rückfahrt vertrieben wir uns im wohl touristischsten Dorf Griechenlands, in dem nicht nur die Namen der Hotels und Geschäfte, sondern auch die Straßenschilder komplett auf Englisch sind. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment Sonntag, 18. März 2012
Skopje
die auswanderer, 20:35h
Für unsere Reise ins benachbarte Mazedonien scheute die Reiseagentur weder Kosten noch Mühen, um uns die Vorteile des deutschen TÜVs zu präsentieren. Nicht nur, dass man in dem Reisebus jede Bodenwelle spürte, auch blieb die Vordertür auf der Autobahn so lange offen, bis der Busfahrer seine Heimwerkerqualitäten unter Beweis stellte und diese nach der Grenze mit einem auf der Straße gefundenen Holzstück notdürftig "flickte". Mangels eines intakten Abblendlichtes fuhren wir die Hälfte der Strecke im Dunkeln, die andere Hälfte mit Fernlicht...
In Skopje angekommen wurden wir direkt von einem Taxifahrer übers Ohr gehauen, doch entschädigte das schöne Shanti-Hostel mit den netten Herbergseltern (Maya und Petar) für die bis dato spezielle Hinfahrt. Die Stadt an sich befindet sich im Moment im Umbruch. Wohin man schaut sieht man Renovierungsarbeiten und Neubauten. Ebenfalls auffällig sind die unzähligen Statuen und Landesflaggen, wobei die mehr als gigantische Alexanderstatue herausragt. Mazedonien gehörte zu Jugoslawien, bevor es 1991 seine Unabhängigkeit erlangte. Seither ist das Land auf der Suche nach einer historischen Identität, was Konflikte mit dem Nachbarn Griechenland, insbesondere der Provinz Makedonien, bringt. Beispielsweise verweigern die Griechen als einziges EU-Land den Namen Mazedonien und nennen es stattdessen FYROM (Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien, englisch: Former Yugoslav Republic of Macedonia, kurz FYROM). Die oben erwähnte Alexanderstatue vermindert diesen Konflikt natürlich nicht, da beide Länder in Alexander dem Großen ihren Nationalhelden sehen. Obwohl in Mazedonien ca. 45% Atheisten leben, ist das Stadtbild von zahlreichen Moscheen und orthodoxen Kirchen geprägt. Besonders schön ist der größte Basar des Balkans, auf dem man wirklich alles für wenig Geld erwerben kann. Die einzelnen Marktstände sind mit Wellblech-Dächern verbunden, was den Anschein erweckt, man befinde sich in einer großen Markthalle, aber man ist die ganze Zeit im Freien. Highlight und krönender Abschluss war mal wieder das Abendessen, bei dem wir sämtliche regionale Spezialitäten ausprobierten. Da wir mit einem Bärenhunger in das Restaurant kamen und dementsprechend eifrig bestellten, verschätzten wir uns leicht in der Menge, da alle Speisen wirklich billig waren und wir mit kleineren Portionen gerechnet hatten. Nur 12€ ärmer und mit vollem Bauch beendeten wir schließlich den Tag in Skopje. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2013.07.10, 09:43 status
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